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Dreiländerkonferenz - Roma am Arbeitsmarkt

"Roma am Arbeitsmarkt - Ausgrenzungen überwinden"

Mit welchen Problemen die Roma in Tschechien und der Slowakei tagtäglich konfrontiert sind und wie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt aussehen, stand im Mittelpunkt der Konferenz zum Thema "Roma am Arbeitsmarkt - Ausgrenzungen überwinden". Die Veranstaltung fand im Rahmen der EU-Projekte ZUWINS und ZUWINBAT zwischen dem ÖGB, CMKOS (Tschechien) und KOZSR (Slowakei) statt. Experten aus den Bereichen der Zivilgesellschaft, der öffentlichen Verwaltung sowie der Gewerkschaft stellen die arbeitsmarktspezifischen Probleme der Roma dar. Vor allem wurden die spezifischen Aufgabengebiete der Gewerkschaften erörtert, welche einen Beitrag für die bessere gesellschaftliche Integration der Roma leisten können und sollen.

Die Bedeutung der Gewerkschaft im Zeitalter der Globalisierung und der Wirtschaftskrise wurde gleich zu Beginn vom Leitenden Sekretär des ÖGB, Clemens Schneider, betont. "In der EU zählen die Roma mit zehn bis zwölf Millionen Personen zu der größten ethnischen
Minderheit und sind durch Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung benachteiligt.


Arbeitslosigkeit, Armut und nur eingeschränkter Zugang zu Bildungseinrichtungen zeichnen das Leben der Roma aus", so das ernüchternde Resümee von Schneider. Ganz besonders die Arbeitsmarktdaten zeugen von den schlechten Lebensbedingungen, denn die Roma sind in allen EU-Staaten auf dem Arbeitsmarkt sehr schlecht integriert, mit dieser Tatsache wurden die KonferenzteilenehmerInnen per Videobotschaft des EU-Kommissars für Soziales, Laszlo Andor, konfrontiert. 

Deshalb war es notwendig,  eine Veranstaltung zu diesem Thema zu organisieren, stellte Marcus Strohmeier, Projektleiter von ZUWINS und ZUWINBAT, fest. "Es ist das erste Mal, dass sich die Gewerkschaft der größten ethnischen Minderheit in Europa annimmt. Besonders die Roma in Tschechien und der Slowakei leben in unvorstellbaren Verhältnissen und im Rahmen der Projekte ZUWINS und ZUWINBAT haben wir die Möglichkeit, auf diese Situation hinzuweisen", sagte Strohmeier.

Daher lautet auch der Aufruf des Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma und Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, Prof. Rudolf Sarközi, der selbst auf seine vierzigjährige aktive Mitgliedschaft in der Gewerkschaft hinweist, dass vor allem Gewerkschaftsorganisationen Einfluss auf die arbeitsmarktpolitische Situation der Roma nehmen sollen. Denn wie zu Beginn der Veranstaltung vom Moderator Michal Vlasák  festgestellt wurde, geht es um benachteiligte Menschen im Herzen der EU. Und schließlich heißt "Rom" in der wörtlichen Übersetzung "der Mensch".