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2008/2009

Know-how Transfer Gesundheitswesen

Projektaktivität: Know-how Transfer / Betriebsbesuch

Thema: Information- und Erfahrungsaustausch aus der Gewerkschaftsarbeit im Bereich des Gesundheitswesens und der sozialen Diensten, direkte Begegnung am Arbeitsplatz, Aufbau von Kontakten

Teilnehmer aus der Slowakei:       
VertreterInnen der Gewerkschaft für Gesundheit und soziale Dienste aus verschiedenen Gesundheitseinrichtungen   

Teilnehmer aus Österreich:
BFG für soziale Dienste und Gesundheitsberufe
ÖGB  Projektassistentin     

Ziel der Veranstaltung:
Ziel dieser Projektaktivität war, den TeilnehmerInnen eine Möglichkeit zu bieten, neue Kontakte aufzubauen, Informationen und Erfahrungen auszutauschen und das vor allem im Gesundheitsbereich und im Bereich der sozialen Dienste mit Hinblick auf die Wirtschaftskrise.

Verlauf:
Im 1. Teil des Programms haben sich die Teilnehmerinnen aus der Slowakei, sowie die KollegInnen aus Österreich, Vertreterin des ÖGB und der Gewerkschaft vida kurz vorgestellt.
Dann folgte eine kurze Präsentation des EU-Projektes ZUWINBAT (Andrea Ozabalová), kurze Vorstellung der Slowakischen Gewerkschaft für Gesundheitswesen und soziale Dienste (Mag. Anton Szalay, Vorsitzende SOZ ZaSS), und anschließend folgte eine kurze Vorstellung der Gewerkschaft vida - die Struktur und Aktivitäten im Bereich Gesundheit und soziale Dienste (Willibald Steinkellner, Alfred Klair).

Anschließend wurde über folgende Themen diskutiert:

  • System der Kollektivverhandlungen in Österreich - Flächendeckung der KV, KV-Verhandlungen in der Zeit der Wirtschaftskrise
  • Methoden für Mitgliederwerbung - aktuelles Angebot, Unterschied zwischen Mitglied und Nicht-Mitglied (gleiche Position), System der Mitgliedsbeiträge (siehe Anhang)
  • Ausbildungssystem des gesundheitlichen Personals - System in der Slowakei und Österreich (es wird zur Zeit eine neue Form des Studium in die Praxis eingeführt - Krankenschwestern müssen die 1. Stufe des Hochschulstudiums erreichen)
  • Arbeitszeitregelung in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen - Überstunden, Schichtenarbeit, Zuschläge für Überstunden, Feiertage und Wochenende im Rahmen des KVs.
  • Belohnungssystem je nach dem Verwalter der Einrichtung
  • Zukünftige Zusammenarbeit im Rahmen von einem neuen Projekt zwischen Slowakei, Tschechien und Österreich

Aus der Diskussion kam raus, dass die Wirtschaftskrise noch keinen Einfluss auf das Gesundheitswesen in Österreich hatte.

Anschließend hatten wir die Möglichkeit ein der privaten Krankenhäusern mit einer Krankenschwesterschule in Wien zu besuchen, und zwar:
Rudolfinerhaus, Billrothstrasse 78, 1190 Wien (www.rudolfinerhaus.at).

In der Schule wurden wir von der Frau Veronika Kleibel, Bibliothekleiterin, empfangen, die uns die Geschichte der Schule, der Bibliothek und des Krankenhauses erklärt hat. Auf die Sammlung der Bücher, Zeitschriften und Materialien, ist die Schule sehr stolz. Diese Bibliothek steht auch der Öffentlichkeit zur Verfügung, aber nur nach vorheriger Anmeldung.

In der Schule hat uns auch Mag. Barbara Harold, MBA, Direktorin, kurz begrüßt. Sie hat in der Vergangenheit an dieser Schule studiert und zu Zeit unterrichtet sie gesundheitliche Fächer.

Durch das Haus wurden wir von der Frau Catherina Urban-Huser, Lehrerin für Gesundheitliche- und Krankenpflege, begleitet. Wir hatten die Möglichkeit uns die Räumlichkeiten anzuschauen und den Studenten in Klassenzimmern Fragen zu stellen, wie z.B. Warum haben sie sich gerade für dieses Studium entschieden? Wir haben den Schülern viel Erfolg beim Studium gewünscht, weil wir wissen, dass es sehr anstrengend ist.  Das Rudolfinerhaus ist die älteste Krankenpflegeschule in Österreich und ihre Geschichte reicht bis zum Jahr 1882. Die Schule wurde von einem berühmten österreichischen Chirurg aus den 19 Jh. Theodor Billroth gegründet.

Dipl. KH-Bw. Peter Sloup, kaufmännischer Direktor, hat kurz das Krankenhaus und auch die Dienstleistungen, die dort angeboten werden, vorgestellt. Zugleich hat er auch die Finanzierung des Krankenhauses erklärt und spezielle Maschinen präsentiert, die den Ärzten zur Verfügung stehen.

Nach der Präsentation und Diskussion folgte eine Besichtigung, wir haben folgendes gesehen: die Kappelle, die Abteilung mit magnetischen Resonanz, die nicht wie ein Tunnel aussieht, sondern wie ein ordentliches Bett und ein 360-Grad Gerät aussieht und den Patienten von oben scannt. Das fanden wir sehr interessant.   

Während der Führung hat uns auch Herr Ernst Blaschek begleitet, der Vorsitzende des Betriebsrates im Krankenhaus ist, und der für die Arbeitsbedingungen für 400 Mitarbeiter des Krankenhauses und der Schule sorgt und mit der Geschäftsleitung verhandelt.

Die Schule ist außergewöhnlich gerade deswegen, weil sie direkt mit dem Krankenhaus verknüpft ist, nicht nur was nie Räumlichkeiten betrifft, sondern auch deswegen, dass die Schüler ihre praktischen Übungen hier absolvieren. Außerdem haben die Studenten die Möglichkeit einen Teil der Praxis in der Universitätsklinik in Salzburg zu absolvieren. Die Schule nimmt auch an internationalen Projekten teil, besonders im Bereich des Studentenaustauschs, vor allem aus deutschsprachigen Ländern, aber auch aus exotischen Ländern, z.B. Afrika. Im Rahmen der Diskussion haben wir die Frage gestellt, ob es möglich wäre, einen Studentenaustausch auch mit einer der slowakischen Schulen zu organisieren. Natürlich hängt das von den notwendigen Sprachkenntnissen und der Finanzierung ab.

Slowakischen KollegInnen hatten die Möglichkeit nach dem Schulplan zu fragen - Aufteilung der Theorie und Praxis - und auch Fragen zu stellen, die mit der Qualifizierung am Ende des Studiums zusammenhängen. Somit hatten die TeilnehmerInnen Möglichkeit gehabt, den Aufbau des Studiums mit der Situation in der Slowakei zu vergleichen.  

Die Information, dass die Schule nur 51 Schüler hat, fanden wir sehr interessant. Jede/r SchülerIn muss ein Vorstellungsgespräch absolvieren, einen schriftlichen Test machen und sehr gute Studiumsergebnisse in der Schule haben, erst dann wird sie/er angenommen. Die meisten Schüler sind Mädchen, im Durchschnitt besuchen nur 2-3 Jungs pro Lehrgang diese Schule.

Zum Schluss hat sich Mag. Anton Szalay, SOZ ZaSS Vorsitzende, im Namen der ganzen Gruppe für die Möglichkeit, sich die Schule und Krankenhaus anzuschauen und Diskussion zu führen, herzlich bedankt.