2012

2011

2010

2008/2009

Know-how Transfer im Bereich soziale Dienste

Informations- und Erfahrungsaustausch im Bereich der sozialen Dienste zwischen Gewerkschaften /BR aus der Slowakei und Österreich /Betriebsbesuche/
18. Juni 2010, Slowakei


Teilnehmer aus der Slowakei:
o Mgr. Anton Szalay, Vorsitzende der Gewerkschaft für Gesundheit und soziale Dienste
o PhDr. Margita Vitálošová, Gewerkschaft für Gesundheit und soziale Dienste /SOZZaSS/ - Projektkoordinatorin

Teilnehmer aus Österreich:
o Michaela Guglberger, BFG Soziale Dienste der Gewerkschaft vida
o Valerie Kihr, vida INT
o Johann Matis, Kuratorium Wiener Pensionisten
o Heidemarie Frühauf, Wiener Hilfswerk
o Susanna Wiesmair, Viola-Fortuna, Sozialer Betrieb
o Brigitte Gruber, Sozial Global
o Erika Brselova, vida, Projektassistentin

Dolmetscherin: Maria Kostelníková

Das Ziel der Veranstaltung war ein breiter Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Arbeitnehmervertretern aus dem Bereich der sozialen Dienste aus Österreich und der Slowakei, direkte Begegnungen am Arbeitsplatz, Vergleich der aktuellen Situation in beiden Ländern.

Programm /9.00 – 16.00 Uhr/:

1. Treffen und Diskussion mit den Vertretern der Gewerkschaft für Gesundheit und soziale Dienste – aktuelle Situation in den sozialen Diensten in der Slowakei
2. Besuch in der Einrichtung für soziale Dienste Humanum, Hlavná 1, Zavar /Region Trnava/
- Treffen mit der Leitung der Einrichtung  und mit GewerkschaftsfunktionärInnen
- Besichtigung und Diskussion
3. Besuch in der Einrichtung für soziale Dienste und Seniorenheim, Stupava /Region Bratislava/
- Treffen mit der Leitung der Einrichtung und mit GewerkschaftsfunktionärInnen
- Besichtigung und Diskussion

1. Als Einleitung hat der Gewerkschaftsvorsitzende die Gewerkschaft für Gesundheit und soziale Dienste und ihre Hauptaufgaben, sowie Struktur vorgestellt. Kurz hat er auch die aktuelle Situation im Bereich der sozialen Dienste dargestellt.

2. Der Errichter und Verwalter der Einrichtung für soziale Dienste „Humanum“ ist die Region Trnava. Diese Einrichtung befindet sich in einem alten Schloss aus dem 19. Jh. Die Klientel besteht aus 140 Männern /Personal 75 Personen/. Die kommen in diese Einrichtung auf Grund der sozialen Notlage, einer mentalen Störung, oder wenn die nicht in der Lage sind, um sich alleine zu sorgen, oder wenn ihre Familie ihre Vorsorge nicht gewährleisten kann.

Seit dem Jahr 2002 wird in der Einrichtung ein neues Projekt realisiert – das Projekt Humanum gewährleistet den Männern eine aktive Art des Daseins, sorgt für mehr Würde der Klienten und beeinflusst positiv deren Selbstakzeptierung, Selbstachtung. Die Hauptaspekte des Projektes Humanum sind folgende:

Ergotherapeutische Aktivitäten
Die Klienten arbeiten in 11 Werkstätten, z.B. Keramik, Gartenarbeit. Die stellen sogar eigene Produkte her, was auf die effektive und professionelle Arbeit hinweißt. 

Integrationsaktivitäten
Eine aktive Teilnahme an dem gesellschaftlichen Leben ist für die Klienten sehr wichtig. Dies gelingt durch Kontakte mit Familienangehörigen, Kindern, Bewohner des Dorfes und anderen Kommunen.

Bildungsaktivitäten
Während diesen Aktivitäten werden Klienten stimuliert und geführt, um ihre Meinung und Lebenseinstellung zu formieren / verändern.

Während der Besichtigung hatten wir die Möglichkeit die Klienten bei der Arbeit zu beobachten /Gartenarbeit, Pflege um die Tiere/. Gleich am Anfang wurden wir von ein paar Pfauen begrüßt und verfolgt. Ganz interessant war die Besichtigung in einer Grotte, die in der Einrichtung schon seit 2 Jahren den Klienten und dem Personal zur Verfügung steht.

Über aktuelle Situation – Verfahren bei der Einnahme von Klienten, Finanzierung der Einrichtung – haben wir mit Adriana Kocianová, stellvetr. Direktorin und Mária Pavlíková, diskutiert.

Über Kollektivverhandlungen, Arbeitsbedingungen und Löhne haben wir mit VetreterInnen der lokalen Gewerkschaftsorganisation – Daniela Bučková und Daniela Patková, diskutiert.
    
/Transfer von Zavar nach Stupava/

3. Die Einrichtung für soziale Dienste und Seniorenheim in Stupava, ist eine Budgetorganisation mit eigener Rechtssubjektivität. Der Einrichter und Verwalter von dieser Einrichtung ist der Region Bratislava. Diese Einrichtung für soziale Dienste und Seniorenheim gewährleistet die Dienstleistungen laut Gesetz Nr. 488/2008 über soziale Dienste und Ergänzung Nr. 455/1991 über gewerbliche Unternehmen laut späteren Vorschriften. Die Kapazität beträgt 250 Betten.

Eine soziale Dienstleistung wird in dieser Einrichtung für folgende Personen gewährleistet:
a) physische Person, die den Rentneralter erreicht hat und auf die Hilfe einer anderen Person abgewiesen ist, oder
b) physische Person, die den Rentneralter erreicht hat und auf die Gewährleistung der sozialen Dienste aus ernsthaften Gründen abgewiesen ist.  

In der Einrichtung für soziale Dienste wird eine soziale Dienstleistung einer physischen Person gewährleistet, die
- auf die Hilfe von einer anderen Person abgewiesen ist und deren Pflegestufe laut des Gesetzes über soziale Dienste mindestens 5 ist;
- unter Verhaltens- oder andere mentale Störungen leidet.

In dieser Einrichtungen werden soziale Dienste angeboten, sowie eine Beratung, soziale Rehabilitation, Pflege, Unterbringung, Verpflegung, Waschen und Putzen, persönliche Ausstattung, Taschengeld und Sachgegenstände laut besonderen Vorschriften gewährleistet.

Wir hatten die Möglichkeit uns die Räumlichkeiten /Zimmer, Aufenthaltsraum, Werkstätte/ anzuschauen und mit den Klienten über ihren Alltag zu sprechen.

Durch ein Projekt, das aus den Mitteln der Slowakischen Gasgesellschaft finanziert war, hat die Einrichtung neue Webmaschine bekommen. Durch ein anderes Projekt, das vom Ministerium für Arbeit, soziale Angelegenheiten und Familie der Slowakischen Republik finanziert war, hat die Einrichtung neue Räume für Bücher- und Musiktherapie für die Klienten zur Verfügung gestellt.

Die älteste Einwohnerin wurde in diesem Jahr 101 Jahre alt, der jüngste Klient wurde 37.

Wir wurden von Renáta Biksadská, Gewerkschaftsvorsitzende und Gabriela Slezáková, Leiterin der Abteilung für Soziales, empfangen und durch die Einrichtung geführt. Pavol Podmajerský, Direktor, hat uns auch kurz begrüßt.      

Wir haben über Verwaltung und Finanzierung diskutiert. Ab 1. Juli 2010 werden keine neuen Klienten mehr in den Seniorenheim aufgenommen, da das sich zur Einrichtung für soziale Dienste transformiert.

Beide Einrichtungen organisieren 1-Tagsausflüge in die Gegend /Museumsbesuche, Theater oder Kulturveranstaltungen/ und viele Aktivitäten im Haus, um das Leben der Klienten angenehmer zu gestalten.

Wir hoffen, dass das Arbeitsprogramm die Erwartungen der Teilnehmer aus Österreich erfüllt hat und freuen uns auf weitere Zusammenarbeit.

Erstellt von: Margita Vitálošová
Bratislava, 22. Juni 2010