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Seminar: Bedingungen der PensionistInnen in Österreich und in der Slowakei

Im Rahmen des EU-Projektes ZUWINBAT fand am 8. November 2011 in Wien das erste PensionistInnen Treffen und zwar zwischen den ÖGB-PensionistInnen und KOZ SR-PensionistInnen statt. Dieses Treffen wurde in der Zusammenarbeit mit dem ÖGB-PensionistInnen Abteilung organisiert. Mit dabei waren auch die VertreterInnen von der Gewerkschaft vida.

Den ersten Vortrag hat Werner Thum, ÖGB-PensionistInnen Vorsitzende gehalten, sowohl über die Struktur des ÖGB, als auch über die Bedingungen der PensionistInnen in Österreich.

Herr Thum hat über die Position der PensionistInnen in der Gesellschaft gesprochen, dass auch in Österreich die politische Diskussion über die Pensionsabsicherung verläuft. Die Pensionssysteme, die wir in der Gegenwart in Europa haben, sind nicht nachhaltig, es kommt oft zu Konflikten und die Generationen werden gegeneinander ausgespielt. Die ÖGB-PensionistInnen-Abteilung und der ÖGB kämpfen für mehr gerechte Verteilung und mehr soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Er hat auch über den Bundesseniorenrat und dessen Aufgaben informiert. Aufgabe dieses Beirates: die Bundesregierung in allen Fragen der älteren Generation zu beraten. Zur Zeit wird ein Bundesaltenplan erarbeitet, der noch heuer fertig gestellt wird.

Herr Thum hat auch noch 3 Punkte erwähnt:
• die allgemeine Diskussion über die Pensionen im Land - die Frage ist nicht, ob wir uns das leisten können - Die Frage lautet: Wollen wir uns das leisten? Diese Fragen stellt sich Österreich im Zusammenhang mit den Kosten für die Pensionen
• die Diskussion über die Finanzierung der Pflege
• ausreichende Gesundheitspflege in Österreich.

Der ÖGB-PensionistInnen-Ausschuss arbeitet mit externen Vereinen zusammen, die die gleichen Interessen vertreten:
• Vertretung der Interessen nicht mehr erwerbstätiger Mitglieder gegenüber den politischen Entscheidungsinstanzen und Behörden sowie den Sozialversicherungsträgern und indienstrechtlichen Belangen gegenüber ehemaligen Dienstgebern, z. B. Betriebspensionsansprüchen, Pensionskassen, Pensionsfonds usw. (Geschäftsordnung der PensionstInnenabteiltung)
• Einfach dargestellt  - die gleichen Aufgaben wie die Gesamtorganisation abgestimmt auf die Bedürfnisse der PensionistInnen
 - Pension und finanzielle Sicherheit der älteren Menschen
 - Aufrechterhaltung der Gesundheit und Pflege im Alter
 - Position älterer Menschen in unserer Gesellschaft und Dialog zwischen den Generationen

 
Herr Ján Vanko, Vorsitzende des KOZ SR - PensionistInnen-Ausschusses, hat kurz dieses Beratungsorgan der KOZ SR vorgestellt. Nur kurz daher, weil die Struktur der Organen bei KOZ SR anders aufgebaut ist. Dieses Beratungsorgan trifft sich zwar regelmäßig, hat aber nur 6 aktive Mitglieder. Die Möglichkeit einen Vertreter in diesem Organ haben nur 6 von 28 Fachgewerkschaften genutzt.

Der KOZ SR-PensionistInnen-Ausschuss arbeitet sehr eng mit  dem Verein der PensionistInnen der Slowakei (Jednota dôchodcov Slovenska). Herr Kamil Vajnorský, Vorsitzende des Vereines, hat detailliert über die Aktivitäten des Vereines informiert, die Zusammenarbeit mit KOZ SR und Gewerkschaften betont und den Wunsch ausgesprochen, dass diese 2 Organisationen auch in der Zukunft zusammenarbeiten.

Der Verein hat ca. 75.000 Mitglieder und vertritt die Interessen der PensionistInnen in dem Ausschuss des Regierungsrates für Senioren, der ein Bestandteil des Rates für Menschenrechte, Nationalitätsminderheiten und Gleichheit der Geschlechter ist. Herr Vajnorský hat in seinem Beitrag über die Pensionsabsicherung in der Slowakei informiert und wie das System mit der 1. und 2. Säule aufgebaut ist. In der Slowakei  werden die Pensionen nach dem sog. schweizerischen Model berechnet (½ des Inflationsrates und ½  der Lohnwachstums in der nationalen Wirtschaft der Slowakei). Er hat auch das Europäische Jahr des aktiven Alterns und der Zwischengenerationssolidarität erwähnt und das der Verein plant, Aktivitäten zu diesem Thema im 2012 zu organisieren. Ein Teil seines Vortrags war über die Arten der Absicherung, die es in der Slowakei gibt - für PensionistInnen, Witwen und Witwer, Weisenkinder usw.
Dass die Parlamentswahlen am 10. März 2012 für die Slowakei wichtig sein werden, hat er auch betont. Der Verein der PensionistInnen der Slowakei erarbeitet gerade eine Liste mit 7 Punkten, die die PensionistInnen betreffen, und die der politischen Parteien vorgelegt wird.

Zum Schluss hat Herr Vajnorský betont, dass es sehr wichtig ist, dass den alten Menschen Elan, Aktivitäten und positive Denkweise zu übermitteln, damit sie sich nützlich in der Gesellschaft fühlen.

Diese Projektaktivität hat sowohl zum Informations- und Erfahrungsaustausch als auch zum ersten Aufbau von Kontakten beigetragen. Koll. Thum hat die slowakischen KollegInnen aufgerufen, in der Zukunft zusammenzuarbeiten, Informationen- und Ideen auszutauschen und zur Verbesserung der PensionistInnen in Österreich und in der Slowakei beizutragen.