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Workshop- Einführung in die slowakische Gewerkschaftslandschaft

Datum:
7.Juli 2009

Teilnehmer:
Vertreter der 8 slowakischen Gewerkschaften, die an dem EU-Projekt ZUWINBAT beteiligt sind
KOZ SR Vertreter - Projektkoordinator
vida Bundesfachgruppen Sekretäre, BetriebsrätInnen
vida Internationales Referat
Gäste aus ÖGB und GPA-djp

Ziel der Veranstaltung:
Ziel war es, die Experten der beiden Länder zum Informationsaustausch einzuladen. Die österreichischen KollegInnen sollten ein Bild von der aktuellen gewerkschaftlichen Situation in der Slowakei erhalten, und die slowakischen KollegInnen sollten einen Überblick über die Gewerkschaftsbewegung in Österreich bekommen. Der Fusionsprozess der Gewerkschaften begann in Österreich schon vor langer Zeit, jetzt setzt er in der Slowakei ein. Mehrere Fachgewerkschaften verhandeln derzeit über eine mögliche Fusion.
Es ist geplant, Informationen über die aktuellen legislativen Rahmenbedingungen im Bereich Arbeitnehmervertretung an die TeilnehmerInnen zu übermitteln.

Verlauf:

3 spezifische Themen:

A/  Konföderation der slowakischen Gewerkschaften (ihre Rolle und Aufgaben)
Milan Bušo, Projektleiter von KOZ SR

Milan Bušo stellt den slowakischen Gewerkschaftsbund, seine Gremien, Ziele und Aufgaben  kurz vor. 

B/ Arbeitnehmervertretung in der Slowakei - Betriebsrat oder Gewerkschaften - Grundlagen, Aufgaben und aktuelle Situation in der Slowakei
JUDr. Božena Peráčeková, Gewerkschaft des Handels und Tourismus /Vortrag/              

In der Slowakei bestehen zwei Möglichkeiten für die Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen - ein Betriebsrat oder eine Gewerkschaftsorganisation. Der Betriebsrat in der Slowakei ist mehr oder weniger ein Informations- und Konsultationsorgan, die Gewerkschaft hat auch das Recht Kollektivverträge zu verhandeln. In der Slowakei gibt es traditionell mehr Gewerkschaftsorganisationen in den Betrieben als Betriebsräte. Die BR wurden bei der letzten Arbeitsgesetzbuchnovelle eingeführt.
Während des Vortrags wurden einzelne Kompetenzen und Aufgaben dieser zwei Organe ausführlich erklärt.
Im Rahmen der Diskussion wurde die Frage gestellt, ob es möglich sei, dass beide Organe in einem Betrieb zugleich existieren, ob sie denn keine gegenseitige Konkurrenz seien.

C/ Sozialer Dialog in der Slowakei - Struktur, Verhältnisse zur Arbeitgeberverbänden, Rat der wirtschaftlichen und sozialen Partnerschaft
JUDr. Marta Brodzianska, Integrierte Gewerkschaft (IOZ)

In diesem kurzen Vortrag wurde erklärt, auf welcher Basis der soziale Dialog in der Slowakei funktioniert. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die Entwicklung und der Verlauf des Dialogs von der politischen Konstellation oft abhängen. Es wurde auch erwähnt, dass es schon vorkam, dass der soziale Dialog nicht funktionierte und der Rat der wirtschaftlichen und sozialen Partnerschaft durch eine Gesetzränderung aufgelöst wurde. Es ist wichtig zu betonen, dass es die Sozialpartnerschaft, so wie man sie in Österreich kennt, in der Slowakei so nicht gibt.

Präsentation der einzelnen Gewerkschaften, die am Projekt beteiligt sind:

1. OZ KOVO /Eva Šuleková/ - Metall-Gewerkschaft
2. OZ finančníctva a poisťovníctva /p. Michálek/ - Gewerkschaft für den Finanz- und Versicherungsbereich
3. IOZ - sekcia dopravy / Marta Brodzianska/ - Integrierte Gewerkschaft
4. OZ Spoje /p. Kyman/ - Gewerkschaft für Kommunikation
5. OZ železničiarov /František Zaparaník/ - Eisenbahnergewerkschaft
6. OZ POaCR /Božena Peráčeková/ - Gewerkschaft für Handel und Tourismus
7. SOZE /p. Botka/ - Gewerkschaft der Angestellten im Energiebereich
8. SOZ ZaSS /PhDr. Margita Vitálošová/ - Gewerkschaft für Gesundheitswesen und soziale Dienste

Die Vertreter der einzelnen Gewerkschaften, die am EU-Projekt ZUWINBAT teilnehmen, stellten ihre Organisationen vor. Dabei war es wichtig, die aktuelle Situation, vor allem aber die aktuellen Probleme der jeweiligen Gewerkschaft anzusprechen. Im Rahmen dessen wurden auch der Aufbau, die Gremien und Aktivitäten erklärt.
Jeder der acht Gewerkschaften vertritt  ArbeitnehmerInnen in einem anderen Bereich - Gesundheitswesen und soziale Dienste, Metaller, Verkehr, Handel und Tourismus, Eisenbahner, Energiebereich usw.
Im Rahmen des Workshops hatten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, die Ansprechpartner persönlich kennen zu lernen und erste Kontakte anzuknüpfen.

Diskussion:
Im Rahmen der Diskussion lag der Schwerpunkt auf der aktuellen Situation der Gewerkschaften in der Slowakei - die Beziehungen zu der Regierung, Kollektivverhandlungen usw. Es wurde auch die Meinung geäußert, dass die Gewerkschaftsbewegung große Konkurrenz von anderen Organisationen bekommen hat. 

Wie ist die Gewerkschaft vida entstanden? Vortrag von Manfred Pawlek (vida)

Da die Gewerkschaft vida relativ jung ist und eine neue Struktur hat, bedurfte es einer Erklärung zur ihrer Entstehung. Diese Aufgabe übernahm Koll. Manfred Pawlek (vida). In seinem Vortrag erklärte er genau, welche Maßnahmen, Schritte und Kooperation notwendig waren, um den Prozess der Neugründung einer Gewerkschaft binnen 18 Monaten abzuschließen.  
Das Wort vida ist spanisch und bedeutet "Leben". Es geht um das Arbeitsleben, Familienleben, die Freizeit usw. Um das Leben geht es auch im EU-Projekt ZUWINBAT.

Zum Schluss:
Rudolf Kaske, der Gewerkschaftsvorsitzende der vida, unterstützte das Projekt durch seine Teilnahme am Workshop und abschließende Worte. Er erklärte den TeilnehmerInnen, worin der Unterschied zwischen Fusion und Neugründung einer Gewerkschaft liegt. Oft besteht die Gefahr, dass, wenn mehrere Gewerkschaften fusionieren, die größere und stärkere Gewerkschaft die anderen "schluckt".
Vors. Kaske erklärte, dass das Prinzip der Einstimmigkeit in allen Gremien eine sehr wichtige Rolle spielte. Abschließend betonte er, dass die Kooperation zwischen den drei Gewerkschaften, die die neue Gewerkschaft vida neu gegründet haben, sehr wichtig war.

Danach beantwortete er Fragen aus dem Publikum. Einige Fragen bezogen sich auf die Mitgliedsbeiträge in Österreich. Wie hoch der Mitgliedsbeitrag sei, wohin das Geld fließe, wie es verwaltet und verteilt werde. 

Am Ende des Workshops bedankte sich Koll. Erika Brselova, Projektassistentin, bei allen TeilnehmerInnen herzlich für die aktive Teilnahme und äußerte den Wunsch, alle ZUWINBAT-Aktivitäten gemeinsam zum Erfolg zu führen.